Samstag, 25. April 2026

FRAGE: Wie können wir aufhören zu sündigen?

 FRAGE: Wie können wir aufhören zu sündigen?


ANTWORT: Es liegt in dem Leben der Engel, nicht zu sündigen, und in dem Leben der Dämonen, nicht zu bereuen. Sie haben ihre Wahl getroffen. Es liegt in der Natur des Menschen, zu fallen und wieder aufzustehen. Es ist ein spiritueller Kampf, der Jahre dauert. Ich sage nicht ein Leben lang, denn man kann eine gewisse Unbeugsamkeit erlangen, die der Tugend weicht. Das geschieht nicht über Nacht, sondern erfordert einen unermüdlichen Kampf. Ist die Unbeugsamkeit einmal erreicht, muss sie gepflegt und überwacht werden, denn man kann jederzeit wieder fallen. Dieser spirituelle Kampf muss auf der Gemeinschaft mit Gott, also dem Gebet, beruhen. Ohne die Hilfe des Heiligen Geistes kann nichts Gutes vollbracht werden. Die Menschen schwitzen, aber Gott vollbringt das Werk, sagen die Kirchenväter. Wir müssen eher passiv sein und die Dinge ihren Lauf nehmen lassen. Wenn uns Stolz glauben lässt, wir hätten Verdienste und der spirituelle Fortschritt käme von uns selbst, dann scheitert alles und wir fallen zurück. Wir empfangen geistliche Gaben und Charismen, um der Kirche und unserem Nächsten zu dienen, nicht zu unserem eigenen Ruhm. Seien wir uns bewusst, dass all unsere guten Werke wie schmutzige Wäsche sind, befleckt von unseren Lastern. Im Bewusstsein dessen verfallen wir nicht leicht dem Stolz und schreiben gute Taten nicht allein Gott zu. Unsere körperliche Kraft ist begrenzt, und körperliche Askese (Fasten, Wachen, Niederwerfungen usw.) muss mit Bedacht ausgeübt werden. Der innere Kampf hingegen ist unbegrenzt, und je mehr wir kämpfen, desto schneller erreichen wir das ersehnte Ziel: Unerschütterlichkeit, die den Tugenden weicht – mit anderen Worten: die Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Geistlicher Fortschritt geschieht normalerweise unmerklich, weil der Herr uns blind macht, damit wir nicht in Selbstzufriedenheit verfallen. Ich sage unmerklich, weil wir auch zurückfallen oder stagnieren können. Doch die Zeit vergeht, sie lässt sich nicht zurückgewinnen, und wir haben nur dieses vergängliche Leben hier unten, um uns auf das wahre, ewige Leben vorzubereiten. Es liegt an uns!

Das Ziel ist für uns alle dasselbe: Heiligung, aber die Wege und Mittel mögen verschieden sein. Es hängt von jedem Einzelnen von uns ab, wie bei Pflanzen: Manche gedeihen in fruchtbarem Boden, andere in feuchtem und wieder andere in trockenem.

Das genügt für heute. Setzen Sie das in die Praxis um, und dann schreibe ich Ihnen den Rest.


A. Kassian

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